nd besprach Die Briefe, die nicht ankamen
Es ist der zeitgeschichtliche Kontext, der das Buch interessant macht. Es ist die formale Umsetzung, die es zu einem großartigen roman werden lässt. Denn all die disparaten Erfahrungen von Verlust, Exil und Fremdheit bis hin zu Isolation bringt Mauricio Rosencof zusammen, während er eine Sprache sucht, die das Erinnern, Vergessen und Verdrängten aufgreift. Erinnern und Erzählen werden in diesem Band zu einem Akt des Aufbegehrens.
Clemens Böckmann, nd, 20. Oktober

Mauricio Rosencof, Zurbrüggen Willi (Übersetzung)
Die Briefe, die nicht ankamen
EUR 18,00
Assoziation A
ISBN: 9783862415168 📋
Mauricio Rosencof, Sohn polnisch-jüdischer Immigranten, der während der Militärdiktatur in Uruguay lange Jahre als politischer Gefangener inhaftiert war, wendet sich mit diesem Roman dem Schicksal seiner Familie zu. Der Roman ist eine bewegende Liebeserklärung an seine Eltern und Ausdruck seiner unverbrüchlichen Verbundenheit mit den Verwandten, die in Polen von den Nazis ermordet wurden und deren Spuren für immer getilgt werden sollten. Getragen von der Überzeugung, dass das Vergessen die vergangenen Verbrechen verewigt und nur die Erinnerung den Ermordeten eine Zuflucht bietet.
